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Amateurfunk - Von der Oberlausitz in die ganze Welt!

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Zwischen Tradition und Aufbruch:
Der Amateurfunk im Jahr 2026


Der Amateurfunk ist mehr als nur ein technisches Hobby; er ist eine weltweite Gemeinschaft, die sich der drahtlosen Nachrichtenübertragung zu nicht-kommerziellen Zwecken widmet. Funkamateure beschäftigen sich leidenschaftlich mit dem Bau und Betrieb von Antennen, Sendern und Messgeräten. Doch das Bild des „Funksports“ hat sich gewandelt. Während er in vielen Ländern einen hohen Stellenwert genießt, steht der Amateurfunk in Deutschland vor besonderen Herausforderungen: Er ist streng gesetzlich reglementiert, jede Station gebührenpflichtig, und staatliche Unterstützung oder Sponsoren sind Mangelware.

Zugang und Wandel der Technik: Um am Amateurfunk teilzunehmen, ist in Deutschland nach wie vor eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur erforderlich. Sie berechtigt zum Errichten und Betreiben einer Amateurfunkstelle und zur Führung eines weltweit einmaligen Rufzeichens. Die gute Nachricht für Einsteiger: Kenntnisse in Telegrafie (Morsecode) sind für die meisten Lizenzklassen längst nicht mehr zwingend erforderlich, um auch im Kurzwellenbereich aktiv zu werden.

Doch die Darstellung des Hobbys muss sich der Realität des Jahres 2026 anpassen. Die technische Entwicklung hat unsere Kommunikationsgewohnheiten fundamental verändert. Das Smartphone hat das Monopol der Funkamateure auf drahtlose Fernverbindungen gebrochen. Wir sind jederzeit über das Internet erreichbar. Das „Privileg“, sich einfach so drahtlos zu unterhalten, ist entfallen. Relaisstationen, einst das Rückgrat der lokalen Vernetzung, verzeichnen vielerorts eine deutliche Flaute. Was früher im klassischen QSO (Funkgespräch) stattfand, wird heute oft pragmatisch per Telefon oder Messenger geklärt.

Neue Schwerpunkte: Vom QSO zum Contest und Digitalmodus Wo bleibt da die Faszination? Die Antwort liegt in der Vertiefung. Der Amateurfunk schafft technisches Grundwissen in Elektrotechnik, Physik und Elektronik, das keine Schulbank vermitteln kann. Er fördert das Verständnis für die Vorgänge um uns herum, statt Technik nur zu konsumieren.

Aktuell verlagern sich die Aktivitäten. Während der klassische Plausch auf Kurzwelle seltener wird, pulsieren die Bänder während Contesten. Ein weiterer Trend spaltet jedoch die Gemüter: Digitale Betriebsarten wie FT8. Dieser Modus ermöglicht Verbindungen über tausende Kilometer mit minimaler Leistung und oft ohne direktes Sprach-QSO. Für Traditionalisten ist dies oft ein Dorn im Auge, für moderne Einsteiger jedoch der Zugang zum Hobby. Es ist eine Tatsache, dass FT8 die Aktivität auf den Bändern messbar erhöht hat, auch wenn die Art der Kommunikation eine andere ist.

Gemeinschaft und Strukturen: Trotz aller Digitalisierung bleibt der menschliche Faktor zentral. Ortsverbandsabende (OV) und Messen sind nach wie vor Höhepunkte der Gemeinschaft. In Deutschland organisiert ein Teil der Funkamateure seine Interessen im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) und im angeschlossenen VFDB e. V. (Verband der Funkamateure der Deutschen Bundespost). Mit rund 31.600 Mitgliedern ist der DARC die zentrale Interessenvertretung gegenüber der Bundesnetzagentur (BNetzA), auch wenn die Mitgliederzahlen in den letzten Jahren leicht rückläufig waren und der Altersdurchschnitt steigt. Der DARC gibt die monatliche Zeitschrift „CQ DL“ heraus und unterhält ein Netz aus Ortsverbänden, wie beispielsweise den OV S22 in Kamenz, sowie Klubstationen für den gemeinsamen Betrieb.

Auch die QSL-Karte, die klassische Empfangsbestätigung in Postkartenformat, bleibt ein kulturelles Aushängeschild, auch wenn sie zunehmend durch digitale Systeme (wie eQSL oder LoTW) ergänzt oder ersetzt wird.

Herausforderung Zukunft: Asche hüten oder Flamme anfachen? Die größte Aufgabe ist die Gewinnung junger Menschen. Zwar legen wieder mehr Interessenten die Prüfung ab, doch das Image als „Rentnerhobby“ hält sich hartnäckig. Medienberichte sind selten, und technische Hürden – wie die Vorstellung, man müsse zuerst einen Transceiver für tausende Euro kaufen – schrecken ab. Kommerzielle Anbieter beäugen die wertvollen Frequenzen der Funkamateure mit Interesse, was den Druck auf die Gemeinschaft erhöht, ihre Daseinsberechtigung aktiv unter Beweis zu stellen.

Es gibt einen Generationenkonflikt: Auf der einen Seite stehen Traditionalisten, die Neues ablehnen, auf der anderen Seite vorwärtsgerichtete Funkamateure, die moderne Technik nutzen und starre Vereinsstrukturen hinterfragen. Die Welt hat sich weitergedreht. Die Zukunft des Amateurfunks wird anders aussehen als seine Vergangenheit. Sie hängt davon ab, ob es gelingt, neue Wege zu gehen und Einsteigern niedrigschwellige Zugänge zu bieten.

Ein Zitat bringt es auf den Punkt: „Wir sollten nicht die Asche behüten, sondern die Flamme anfachen, damit sie hell in alle Richtungen strahlt.“ Der Amateurfunk hat eine Zukunft, aber sie erfordert Mut zur Veränderung und die Bereitschaft, das Hobby neu zu definieren.

 

Text spiegelt meine eigene Meinung wider und basiert auf Ausführungen auf unten genannter Internetseite

Frank DG4DSL https://www.oberlausitzfunk.de


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